Gelsenkirchen

01.07. – 31.07.2021

Dortmund

15.08. – 12.09.2021

Residency in Gelsenkirchen

Die diesjährige Ausgabe der TRANSURBAN Residency ist mit ihrem Programm erstmalig in der Stadt Gelsenkirchen zu Gast. Unter dem Titel „building common spaces“ laden die Stiftung Schalker Markt, die Insane Urban Cowboys e.V. und das Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen dazu ein, mit den Mitteln der Kunst, Impulse für die Transformation des brachgefallenen Schalker Marktes zu entwickeln.

Der Gelsenkirchener Stadtteil Schalke steht exemplarisch für den Strukturwandel, dem zahlreiche Städte des Ruhrgebiets unterliegen. Auf dem ehemals lebhaften Stadtteil liegt heute der Schatten wirtschaftlicher und sozialer Probleme. In den Köpfen und im Alltag der Menschen scheint der öffentliche Raum als Ort der Begegnung und des Austausches an Bedeutung zu verlieren.

Entsprungen aus dem Wunsch nach Veränderung, erkundet die Residency in einem partizipativen Prozess, mit interessierten BürgerInnen, dem französischen Künstlerkollektiv Ya Plus K und Studierenden des Masterstudiengangs Architektur der Technischen Hochschule Köln, den Schalker Markt und seinen umliegenden Stadtraum. Durch das Sammeln historischer Fakten, Erinnerungen, Wünsche und Gedanken zeigt sich die in Vergessenheit geratene Vielfältigkeit dieses mystischen Schalker Ortes.

Temporäre architektonische und künstlerische Installationen, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen beleben den Schalker Markt und verdeutlichen sein Potential als Möglichkeitsraum.

Dabei rücken auch die Themen der Verkehrswende und integrierten Stadtentwicklung in den Fokus der künstlerischen und forschenden Auseinandersetzung. Im Rahmen des ein-monatigen Reallabors wird erlebbar, was möglich ist – es entsteht ein gemeinschaftlich geplanter, gestalteter und genutzter Raum.

Unter der massiven Berliner Brücke, an der Kurt-Schumacher-Straße gelegen, befindet sich der Schalker Markt, Programmort der TRANSURBAN Residency in Gelsenkirchen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebendiger Mittelpunkt des Stadtteils Schalke, umgeben von Bars, Restaurants, Wohnhäusern und nahegelegenen Industriekomplexen, erfuhr er in Folge des Niedergangs der Kohle- und Stahlindustrie und dem Abwandern des legendären Fußballvereins Schalke 04 einen Bedeutungsverlust und wird heute lediglich als Parkplatz genutzt. Die fehlenden sozialen und ökonomischen Strukturen rund um den Markt, seine Lage an einer Güterbahntrasse und der Berliner Brücke, die den Stadtteil nicht nur physisch, sondern auch formal in zwei Hälften teilt, sowie die aufgegebenen Industrieanlagen zeugen von seiner Verwahrlosung und der Herausforderung ihn wieder zu beleben. Die Residency stellt sich dieser Herausforderung und betrachtet den Schalker Markt als einen urbanen Möglichkeitsräume im Ruhrgebiet, der Historie und Gegenwart von Industrie(-kultur), Sozialgeschichte, Stadtplanung, Anekdoten und Freiräume vereint.

Die diesjährige Ausgabe der TRANSURBAN Residency ist mit ihrem Programm erstmalig in der Stadt Gelsenkirchen zu Gast. Unter dem Titel „building common spaces“ laden die Stiftung Schalker Markt, die Insane Urban Cowboys e.V. und das Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen dazu ein, mit den Mitteln der Kunst, Impulse für die Transformation des brachgefallenen Schalker Marktes zu entwickeln.

Der Gelsenkirchener Stadtteil Schalke steht exemplarisch für den Strukturwandel, dem zahlreiche Städte des Ruhrgebiets unterliegen. Auf dem ehemals lebhaften Stadtteil liegt heute der Schatten wirtschaftlicher und sozialer Probleme. In den Köpfen und im Alltag der Menschen scheint der öffentliche Raum als Ort der Begegnung und des Austausches an Bedeutung zu verlieren.

Entsprungen aus dem Wunsch nach Veränderung, erkundet die Residency in einem partizipativen Prozess, mit interessierten BürgerInnen, dem französischen Künstlerkollektiv Ya Plus K und Studierenden des Masterstudiengangs Städtebau NRW, den Schalker Markt und seinen umliegenden Stadtraum. Durch das Sammeln historischer Fakten, Erinnerungen, Wünsche und Gedanken zeigt sich die in Vergessenheit geratene Vielfältigkeit dieses mystischen Schalker Ortes.

Temporäre architektonische und künstlerische Installationen, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen beleben den Schalker Markt und verdeutlichen sein Potential als Möglichkeitsraum.

Dabei rücken auch die Themen der Verkehrswende und integrierten Stadtentwicklung in den Fokus der künstlerischen und forschenden Auseinandersetzung. Im Rahmen des ein-monatigen Reallabors wird erlebbar, was möglich ist – es entsteht ein gemeinschaftlich geplanter, gestalteter und genutzter Raum.

Die Stiftung Schalker Markt begreift sich als Impulsgeber für die Transformation des Stadtteils Schalke(-Nord) und setzt die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs für die Stadt als entscheidende Ressource an die Basis ihrer Arbeit. Vorstandsmitglied Olivier Kruschinski verfolgt die Vision, die Erinnerungsorte des Fußballclubs wiederzubeleben und damit der gesamten Stadt neues Leben einzuhauchen. Schalke als sozialer Kristallisationspunkt verbindet, über alle regionalen, sozialen, ethnischen und kulturellen Grenzen hinweg. Eingefasst zwischen Stahlindustrie und historischen Häuserzeilen möchte die Stiftung den Orten des Ursprungs der Schalker Seele neues Leben einhauchen: Die „Kampfbahn Glückauf“ und der „Schalker Markt“ sollen wieder das werden, was sie einmal waren – traditionsreicher Lebensmittelpunkt im Ortsteil Schalke. Von diesen Orten des Ursprungs strahle die Kraft aus für Aufbruch, Mut und Zuversicht. Ein identitätsstiftender Impuls für eine nachhaltige Stadtteilentwicklung.

Unter der Leitung von Prof. Yasemin Utku, die an der Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule Köln lehrt, sind Studierende des Masterstudiengangs Architektur am Gelsenkirchener Residenzprogramm beteiligt. Gemeinsam mit ArchitektInnen führen sie eine Raumanalyse am Schalker Markt und in seiner Umgebung durch, um die für viele Menschen unsichtbaren Potentiale des Ortes ausfindig zu machen und beteiligen sich an Entwurf, Planung und Umsetzung von architektonischen Interventionen auf dem Schalker Markt.

Die Forschungsvermittlung stellt einen wesentlichen Bestandteil des Programms dar und wird auf verschiedenen Projektebenen wie der Eröffnungsveranstaltung, der dokumentarischen Ausstellung im öffentlichen Raum, dem sogenannten Prozesslabor und der abschließenden schriftlichen Dokumentation in Form einer Magazinreihe eingebunden.

Das französische Kollektiv Ya Plus K aus der Region Île de France vereint ArchitekInnen, StadtplanerInnen, KünstlerInnen und DesignerInnen, die mit ihren verschiedenen Begabungen und Interessensschwerpunkten innovative städtebauliche und architektonische Projekte realisieren. Sie öffnen und beleben brachgefallene Orte, indem durch temporäre Konzepte und Installationen die Geselligkeit und Begegnung ins Zentrum der Räume gerückt wird und ihre NutzerInnen dazu eingeladen werden, sich den öffentlichen Raum (wieder-) anzueignen.

Ya+K arbeitet mit sogenannten „Objects of Urban and Sensitive Disturbance“ (O.P.U.S), also Objekten der städtischen und empfindlichen Störung. Mittels O.P.U.S erschafft das Kollektiv Situationen, die darauf abzielen Begegnungen zu produzieren, mit anderen Nutzungen zu experimentieren und temporär Potentiale zu aktivieren, stets mit dem Ziel, die Einrichtungen und Kräfteverhältnisse im öffentlichen Raum offenzulegen, sie zu hinterfragen und sogar ihre Mechanik zu beugen. Es geht ihnen darum, einen Dialog zwischen dem Ort und den NutzerInnen aufzubauen und einzigartige Erfahrungen zu erzeugen.

Während des Residency wird der Schalker Markt schließlich zu einem Ort des Experimentierens. Es werden alternative Wege erkundet, um die Stadt zu verstehen. Aufbauend auf ihrer Vision einer Produktion von „aktiver“ Architektur wird so ein ortsspezifisches Zeichen für eine architektonische/installative Intervention auf dem Schalker Markt entwickelt, wodurch die Architektur die Produktion neuer Imaginarien und neuer Formen von Urbanität aus lokalen Ressourcen und Koproduktionsprozessen ermöglicht. So kann das Potenzial des Schalker Marktes als zentraler öffentlicher Raum und als Gemeinschaftsraum wieder „öffentlich gemacht“ werden.

Residency in Dortmund

Zweiter Programmort der diesjährigen Ausgabe der TRANSURBAN Residency liegt in der Stadt Dortmund, zwischen den Stadtteilen Innenstadt-West, der Nordstadt und Huckarde und am Rande des Kreativ.Quartiers Unionviertel.

Der „Kulminationsort“ des Projektes liegt in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Hoesch-Spundwand Areals, welches auf seine baldige Entwicklung unter dem Titel „smart rhino“ wartet, und dem Zukunftsgarten der Kokerei Hansa, der zur Internationaeln Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 fertiggestellt werden wird. Der dazwischenliegende Brachraum unterhalb einer Stadtbahn- und Autobahnbrücke an der Mallinckrodtstraße wird vom Emscherradweg durchquert und ist gerahmt durch zwei bestehende künstlerischen Setzungen. Die Kunst hat hier das Potenzial eine experimentelle, kritische Brücke zu schlagen, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Hoch- und Subkulturen, zwischen Krise und Utopie und schließlich zwischen den sich vielfach überlagernden realen Entwicklungsräumen.

Graffiti-KünstlerInnen haben den Ort für sich entdeckt, aber auch die Skateboardinitiative Dortmund  sucht einen neuen Ort, an dem sie gemeinsam mit dem Künstler Roberto Cuellar eine skatebare Skulptur gestalten und dauerhaft befahren können. Dazu werden Volunteers, lokale ForscherInnen und Studierende der Fachschule Dortmund im Fachbereich Design, angewandte Sozialwissenschaften und Architektur eingebunden, um den Raum nach eigener Erforschung neu zu gestalten und für Dritte erlebbar zu machen. Recycling, Upcycling und das Nutzen nachhaltiger Rohstoffe sind zentrale Schlagworte in der Entwicklung der Skulptur. Es entsteht ein Ort urbaner Subkultur, der zum Verweilen und Aneignung einlädt.

Der Programmort der TRANSURBAN Residency in Dortmund am Rande des Kreativ.Quartiers Unionviertel und unterhalb von Brücken für Stadt- und Autobahn. Er ist umgeben von den wichtigen Verkehrsachsen Dorstfelder Allee und Mallinckrodtstraße und schließt direkt an einen Abschnitt der renaturierten Emscher an. Im Rahmen der Urbanen Künste Ruhr und dem Projekt „Emscherkunstweg“ sind die Landschaftsarchitektur „Kunstpause“ des Atelier le Balto und die akustische Installation „Zur Kleinen Welle“ von Raumlabor und damit erste Aneignungs- und Transformationsprozesse entstanden. Der für die künstlerische Intervention dedizierte Ort, der typisch ist für die Stadtlandschaft Ruhr, ist gekennzeichnet durch Brüche und Kontraste, steht aber in seiner starken Durchflechtung von ökologischer, und verkehrlicher Infrastruktur stellvertretend für die sich im Umbruch befindlichen Räume des Unionviertels, der Stadt Dortmund und des Ruhrgebiets im Ganzen.
Die Urbanisten sind ein gemeinnütziger Verein aus Dortmund, der seit 2010 im Unionviertel angesiedelt ist. Sie verfolgen das Ziel, das städtische Zusammenleben der Menschen zu verbessern und neue Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung des urbanen Lebensraums zu entwickeln. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der öffentliche Raum als Schnittstelle zwischen bestehenden Kulturformen, wachsenden Strukturen und den individuellen Vorstellungen der Menschen. Der Verein ist Impulsgeber, Initiator und Beteiligungsplattform und widmet sich den Aktionsfeldern Kunst im öffentlichen Raum, Stadtforschung und -entwicklung, Upcycling und Do-It-Yourself, Urban Games sowie Urban Gardening und Farming. Als vielfältiges Netzwerk für die aktive Mitgestaltung der eigenen Stadt vernetzen sie lokale Akteure und unterstützen Stadtbewohner*innen darin, ihre Ideen und Poteztiale zu verbinden. Neben der Aktivierung, Vernetzung und Einbindung der Menschen vor Ort stellt auch die Bildung, Forschung und Entwicklung einen wichtigen Teil der Vereinsarbeit dar. Ein kreatives Team, das sich für eine lebendige und lebenswerte Zukunft stark macht und eine Beteiligungskultur etabliert, die eine lokale, kreative und lebendige Form urbanen Lebens greifbar macht.
Im Rahmen des Lehrprojekts ARDEAS der Fachhochschule Dortmund sind Masterstudierende aus den Fachbereichen Architektur, Design und Angewandte Sozialwissenschaften am Dortmunder Residenzprogramm beteiligt.  Interkulturell, interdisziplinär und international zusammengesetzte Gruppen untersuchen aus verschiedenen Perspektiven und mit viel Engagement den Programmort der TRANSURBAN Residency in Dortmund. Betreut werden sie von einem interdisziplinär zusammengesetzten Team von Lehrenden (Friederike Asche, Stephan Gudewer, Britta Eiermann und Anastasia Haidak).
 
Gemeinsam analysieren die Masterstudierenden den Brückenraum und seine Umgebung. Es gilt so, die dort für viele Menschen verborgenen Spuren und Informationen des Ortes sichtbar zu machen. Aus ihrer interdisziplinären Perspektive widmen sich die Studierenden mit ihren Analysen dem komplexen Zusammenwirken sozialer, räumlicher und ökologischer Faktoren im Kontext des urbanen Raumes. Im Rahmen der Residency Dortmund 2021 werden die entstandenen Analysen und verschiedenen Perspektiven in der Ausstellung im öffentlichen Raum, dem sogenannten Prozessraum und der abschließenden schriftlichen Dokumentation in Form einer Magazinreihe eingebunden. 

„Skateboarding ist eine in höchstem Maße individuelle und vielseitige Ausdrucksform und somit per se auch eine Kunstform.“ (Roberto Cuellar)

Die beeindruckenden Arbeiten des Künstlers Roberto Cuellar bewegen sich zwischen Installationen und Skulpturen, Interior Design und urbaner Kunst. Im Alter von zwölf Jahren entdeckte der gebürtige Mexikaner das Skateboarding für sich und erkannte früh, dass es sich dabei auch um eine besondere Form der Selbstdarstellung handelt. Noch vor seinem Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf brachte ihn sein Interesse an Grafikdesign schließlich dazu, seine ersten eigenen skatebaren Kulissen zu kreieren.

Cuellars formale Merkmale sind eine geometrische und grafische Formsprache. Zusammen mit technischer Komplexität und einer Vielzahl von Materialien wie Holz, Stahl, Kunststoff, Beleuchtung und anderen Komponenten, die auf spielerische Weise kombiniert werden, entstehen Szenen, die zwischen Innenarchitektur und Bühnenbild oszillieren.

Im Zentrum der so erschaffenen skatebaren Installationen steht dabei stets die Wahrnehmung der Umwelt und die Interaktion mit ihr. Sie initiieren eine performative Handlung des Publikums, das die Skulpturen benutzen und so seine Spuren hinterlassen soll. Aufbauend auf der Erkundung und Erforschung des Raumes rückt die Installation in den Mittelpunkt der Transformation des ausgewählten Ortes, prägt diesen nachhaltig und macht ihn dauerhaft nutzbar. Am Ende steht eine ortsspezifische Arbeit, deren urbaner Kontext sich in Materialität und Formsprache wiederfindet.

 

Im Rahmen der TRANSURBAN Residency in Dortmund entwirft und baut Roberto Cuellar in einem kollaborativen Prozess mit der Skateboardinitiative Dortmund und Studierenden der FH Dortmund eine multifunktionale Raumskulptur, die eine neue Wertschätzung des Raumes schaffen und dabei mehrere Nutzungen zugleich ermöglichen soll. Neben Bewegung werden auch Denken, Austausch, Visuelles, Hörbares und Physisches in ihr miteinander verbunden.

(Infos folgen.)