Recap Summer School: Mobitecture

Ein Workshop zu mobilen Architekturen im Rahmen der Summer School in Krefeld (21. – 26.08.2023).

Leitung: Alexander Römer, Claudia Ribeiro, Patrick Hubamnn (Constructlab).
Teilnehmende: Flora Wedel, Linda Pyko, Lukas Heckl, Milan Cuppone, Reyk Mathia Schoone, Ruth Esser-Rehbein, Susanne Boers, Theresa Pils, Tillmann Sammetinger.

Ankommen und umschauen nach dem Prinzip eines Reallabors:
Wir kommen an einen Ort und finden uns zurecht, begegnen möglichen Partner:innen. Mit diesen möchten wir gemeinsam zukunftsfähige Lösungen entwickeln und sie vor Ort temporär austesten! Bei Reallaboren werden kontroverse Fragen zur Entwicklung urbaner Räume nicht nur verbal oder am Plan diskutiert, sondern künstlerisch-kooperativ 1:1 in eine räumliche Praxis überführt. Am Westwall ging es um die Frage nach möglichen Nutzungen und darum, diese durch gemeinsame künstlerische Interventionen erlebbar bzw. die Veränderung des Raumes erfahrbar zu machen und zu testen.

Netzwerkaktivierung:
Für koproduktive, temporäre Arbeitsformate auf unbekanntem Terrain stellen Netzwerke eine geeignete Arbeits- und Organisationsform dar, denn ihre Mitglieder sind sowohl Expert:innen ihrer eigenen als auch der gemeinsamen Praxis: Durch vorangegangene Projekte und regelmäßige Treffen eint das Netzwerk eine Vertrautheit im Miteinander und in der Routine in den Arbeitsweisen; die Mitglieder teilen einen reichen Erfahrungs- und Wissensschatz, aber auch den Alltag vor Ort – vom Schlafraum über das Mittagessen bis hin zu vielen persönlichen Emotionen. Bei Projektstart müssen die Teams also nicht jedes Mal von vorn beginnen, sondern können direkt starten. Im Zusammenspiel mit den jeweiligen Herausforderungen des Projekts, seinem Raum, seiner Beschaffenheit und seinen Menschen entfaltet sich eine inspirierende Atmosphäre und Dynamik, die netzwerkinterne Beziehungen prägt und sich im lokalen Projektkontext verankert. An dieses Netzwerk anzudocken.

Mobile Werkstatt:
Werkeln im öffentlichen Raum. Wir haben eine mobile Werkzeugkiste, drumherum entsteht ein Werkraum und wir bauen gemeinsam vor Ort, wecken Neugierde und ermöglichen eine sehr ortsspezifische Arbeitsweise. Diese In-situ-Werkstatt befähigt Menschen, durch das Erlernen von Low-Tech-Bautechniken und Materialanerkennung ihre Kreativität auszudrücken. Dies fördert nicht nur kollaborative Arbeit, sondern initiiert auch Innovation, Geselligkeit und eine gemeinsame Baupraxis.

Kollaboration:
In Projekten wie der TRANSURBAN Summer School treffen viele Menschen und Perspektiven aufeinander. Kollaborative Arbeitsmethoden und -formate wie ein regelmäßiges Plenum schaffen hierfür geeignete Strukturen. Immer wieder wird dabei aufs Neue verhandelt, z. B. die Verteilung von Rollen und Verantwortung, die Kommunikationsgrundsätze und Entscheidungsprinzipien, aber auch die Weitergabe von Wissen und Ressourcen – weg von hierarchischen Strukturen hin zu einer Meinung von allen, die mitmachen. Es werden Schnittstellen geschaffen, an denen sich alle, die wollen, aktiv einbringen können. Solche kollaborativen Prozesse, in denen unterschiedliches Wissen gleichwertig behandelt und eingebracht werden kann, gehen meist mit experimentellem und improvisatorischem Charakter einher. Dadurch wird die Zusammenarbeit zu einem produktiven Prozess.

Patenschaft:
Um das Projekt vor Ort zu verankern und einen Mehrwert daraus für die Stadt zu generieren, sind die Schirme an eine Patenschaft gekoppelt. Diese definiert sowohl den Nutzen als auch die Gestaltung: Je nach potenziellen Nutzungen werden die Schirme anders gestaltet und machen die Patenschaft ablesbar.

Durch die Einbeziehung der lokalen Akteur:innen in den Entwicklungsprozess entsteht eine hohe Identifikation mit dem Produkt und dem Gesamtprojekt. Gleichermaßen steigt das Verantwortungsgefühl, sodass auch die zukünftige Pflege und Instandhaltung durch die Patenschaften abgedeckt ist.